Wissen Arbeitgeber, welche Benefits ihre Beschäftigten wirklich schätzen?

Shownotes

Ein Betrieb in Bonn findet keine Leute und weiß nicht,woran es liegt. Zwei Wochen später sitzt ein vergleichbarer Betrieb vor 78 Bewerbungen auf drei Ausbildungsplätze. Was macht den Unterschied?

Im Kern geht es darum, wie gut Betriebe wirklich wissen, was ihren Beschäftigten wichtig ist? In einem Working Paper mit 761 Unternehmen und 3.203 Beschäftigten unterschätzen sie den Wert von Benefits im Schnitt um 17 Prozent, bei jeder einzelnen Leistung. Darüber spreche ich mit Max Müller, Doktorand und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Bonn. 

Themen der Folge 💶 Welche Benefits sind den Beschäftigten in Euro ausgedrückt, wie viel wert? Homeoffice 553 Euro im Monat, Vier-Tage-Woche 417 Euro, planbare Arbeitszeiten394 Euro. 📉 Betriebe unterschätzen das bei jeder einzelnen Leistung, im Schnitt um 17 Prozent. Am stärksten bei planbaren Arbeitszeiten mit 27 Prozent. 🚪 Wer kein Homeoffice anbietet, liegt um 35 Prozent daneben. 🧠 Der Grund: Projection Bias: Man ankert die Einschätzung in den eigenen Präferenzen 👥 Jüngere und weibliche Entscheider liegen näher an den tatsächlichen Präferenzen. 🔗 Und es kostet: Pro Standardabweichung stärkerer Unterschätzung melden Betriebe 8 bis 10 Prozentpunkte mehr Fachkräftemangel. Eine Korrelation, keine Kausalität – dennoch spannend. 

Gemeinsam mit Max und Simon werden wir einen Workshop /eine Veranstaltung planen, um mit Betrieben in den Dialog zu kommen. Interessierte Unternehmen können sich zudem direkt melden – ich verbinden dann mit Max, denn der Dialog mit Unternehmen trägt dazu bei, die Forschung zu verbessern. 

Über den Gast: Max Müller ist Doktorand und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Bonn. Bachelor und Master hat er an der Universität Würzburg gemacht und war zuletzt ein Jahr in den USA. Kennengelernt haben wir uns in einem gemeinsamen Forschungsprojekt zur Integration von Geflüchteten in Ausbildung. Das Working-Paper hat er gemeinsam mit Simon Cordes verfasst, ebenfalls Universität Bonn. 

Timemarks: 00:00  Einstieg und kurz über Max Müller 06:29  Der Handwerker in Bonn und die 78 Bewerbungen 15:10  Studiendesign: Homeoffice oder 500 Euro? 19:34  Die fünf Leistungen und das Kernergebnis 26:46  Projection Bias: warum Betriebedanebenliegen 35:52  Selbst gemachter Fachkräftemangel 43:11  Ausblick und Angebot an Unternehmen 

Links und Ressourcen: Working Paper „Do Firms Know What Workers Want?" (Simon Cordes und Max Müller, 27. Februar 2026) Max Müller @Universität Bonn: LINK Podcast: https://www.kagerbauer.de/podcast

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